
Nachgefragt, was wirklich hilft. Unsere zweite Umfrage unter Müttern baut auf den bisherigen Erkenntnissen der Initiative auf und fragt konkret, wie zusätzliche Unterstützung nach der Geburt aus Sicht von Müttern aussehen sollte.
Im März haben wir gemeinsam mit Fachpersonen und Müttern im Co-Creation-Workshop zwei erste Ansätze zur weiteren Unterstützung von Mamas nach der Geburt entwickelt: eine digitale, personalisierte und holistische Begleitung und ein «Dorf»-Konzept aus digitaler Plattform und physischem Ort.
Aber Ideen sind das eine – ob sie bei Müttern im Alltag tatsächlich ankommen, das andere. Deshalb haben wir im Mai eine zweite Umfrage lanciert, gezielt zu der Frage, wie zusätzliche Unterstützung nach dem Wochenbett beschaffen sein müsste, um Mamas mit ihren Themen wirklich zu helfen. 82 haben mitgemacht. Die Ergebnisse bestätigen: Wir sind auf der richtigen Spur.
94 Prozent der befragten Mütter wünschen sich Unterstützung, die über das Wochenbett hinausreicht. Rund 60 Prozent davon würden sie regelmässig nutzen – mindestens wöchentlich, insbesondere in den ersten sechs Monaten. Der Bedarf ist also weder punktuell noch selten, sondern anhaltend. Das bestärkt uns darin, dass eine einmalige Massnahme nicht reicht – es braucht eine Begleitung über die Zeit.
An erster Stelle steht dabei keine zusätzliche Leistung, sondern eine Einordnung: 61 Prozent nennen den Wunsch nach einer Antwort auf die Frage «Was ist normal?». Direkt danach folgt der Wunsch nach Austausch, sowohl mit anderen Müttern als auch mit Fachpersonen, beide etwa gleich häufig genannt.
Genauso wichtig wie der Inhalt ist die Form: Unterstützung muss im Alltag mit Baby wirklich ankommen. 81 Prozent der Mütter wünschen sich Kontakt per Chat, 66 Prozent einen schnell buchbaren Online-Termin, die klassische Telefon-Hotline nennt dagegen nur rund ein Drittel. Hilfe soll verfügbar sein, wenn die Unsicherheit entsteht, nicht erst zu Öffnungszeiten. Eine Mutter drückte es so aus:
«Hilfe um 2 Uhr morgens. Kompetent, mit echtem Fachwissen.»
Das spricht klar für die digitale, personalisierte Begleitung, die wir im Workshop skizziert hatten: niederschwellig erreichbar, ohne Termin-Hürde, ohne dass zuerst eine Betreuung fürs Baby organisiert werden muss.
Ebenso bestätigt hat sich, was es nicht braucht: keine zusätzliche mentale Last, keine weitere App im Sinne einer Tipps-Sammlung, keine Vergleiche mit anderen Müttern.
Die zweite Umfrage zeigt keine einzelne Lücke. Was fehlt, ist die Verbindung zwischen den bestehenden Angeboten: das erste Jahr als zusammenhängende Phase verstehen, Übergänge aktiv gestalten und begleiten, bestehende Rollen stärken und Unterstützung so gestalten, dass sie im Alltag mit Baby tatsächlich erreichbar ist.
Damit legen wir das Fundament für die nächste Phase der Postpartum Initiative.
Alle Ergebnisse demnächst detailliert im ersten "Insights Report" der Postpartum Initiative!